Mit der Ernährung Schmerzen lindern
In der Rheumaklinik in Bad Aibling rückt man mit frischen Zutaten den hohen Entzündungswerten zu Leibe.
„Stimmt das eigentlich, was man im Internet über den Zusammenhang zwischen Rheuma und gesunder Ernährung liest?“ Diese Frage bekommen Carolin Maxein und Franziska Strieker immer wieder in ihren individuellen Beratungsgesprächen gestellt. In der Rheumaklinik in Bad Aibling sind die beiden Diätassistentinnen und Ernährungsberaterinnen die ersten Ansprechpartnerinnen, wenn es um gesunde Ernährung geht. Was Ernährung und ihre Wirkung auf Körper und Gesundheit angeht, kursieren im Netz Mythen und zum Teil schlichtweg falsche Informationen. Doch eines steht fest: „Gerade bei Erkrankungen mit Entzündungssymptomen, wie Rheuma, bewirkt eine entsprechende Ernährung eine Linderung der Schmerzen und eine Verbesserung der Gesamtsituation“, erklärt Carolin Maxein. Spezielle Rheuma-Gewürzmischung Der Speiseplan gestaltet sich hochwertig und abwechslungsreich. Unsere Küche verwendet überwiegend frische Zutaten und stellt viele Gerichte selbst her.“ Dies ist insbesondere für Rheuma-Patientinnen und -Patienten entscheidend. Denn gerade in Convenience-Produkten verstecken sich häufig Inhaltsstoffe, welche Entzündungen auslösen und fördern können. Die Backwaren liefert ein Bäcker aus dem Umland, sodass es jeden Morgen frisches Brot und Brötchen gibt, sowie Dinkelsemmeln oder mit Voranmeldung auch glutenfreie Backwaren nach ärztlicher Verordnung. Das weitere Angebot reicht von Müsli, Haferflocken, Quinoa, gepufftem Amaranth über frisches Obst bis hin zu vegetarischen und veganen Aufstrichen, welche die Küche selbst zubereitet. „Auf unserem Frühstücksbüffet stehen auch immer Leinöl, Hagebuttenpulver und eine spezielle Rheuma-Gewürzmischung“, führt Carolin Maxein aus. In dieser besonderen Gewürzmischung sind unter anderem Kurkuma, schwarzer Pfeffer, Kreuzkümmel und Koriander enthalten: Gewürze, die erwiesenermaßen schmerz- und entzündungslindernd wirken.

Abendessen: Leichte Ecke Rheuma-Patientinnen und -Patienten sollten weitestgehend auf Lebensmittel verzichten, die einen hohen Anteil an Arachidonsäure enthalten. Diese ungesättigte Fettsäure, die ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vorkommt, kann Entzündungen hervorrufen. Und so steht bei der Rheumaklinik mindestens zweimal in der Woche ein komplett vegetarisches Mittagessen (wählbar aus zwei verschiedenen Gerichten) auf dem Speiseplan, wie auch zweimal eine Fischmahlzeit. Das Abendessen bietet für Rheuma-Patientinnen und -Patienten in der „Leichten Ecke“ fettarmen Käse, Geflügelfleisch, einen frisch zubereiteten vegetarischen Teller und ein Salat-Buffet. Vorträge und individuelle Beratung Vorträge der Diätassistentinnen informieren über das Thema „Gesunde Ernährung“ mit den Schwerpunkten Rheuma und Metabolisches Syndrom. In den sich anschließenden Gesprächen kommen häufig weitere Symptome zur Sprache, wie zu hohe Cholesterinwerte oder eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die Mehrheit der Patientinnen und Patienten reagiert sehr aufgeschlossen auf das Thema der gesundheitsfördernden Ernährung und ist motiviert, diese neuen Ernährungsansätze in den Alltag nach der Reha zu integrieren.
Ernährungstipps bei Rheuma
Die Rheumaliga empfiehlt:
• wenig rotes Fleisch • viel Fisch • pflanzliche Öle bevorzugen • viel Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkorn • Milchprodukte und Eier in Maßen • viel trinken (vorzugsweise Wasser) • Frisch zubereiten statt Fertigprodukte
Kaspressknödel mit Sommersalat, Antipasti und Joghurt-Kräuter-Dip

Zutaten für 4 Personen:
Kaspressknödel: Knödelbrot (aus 5 weißen Semmeln und 5 Vollkornsemmeln) 4 Eier 250 - 300 ml lauwarme Milch (1,5 % Fett) 2 große Zwiebeln in feine Würfel geschnitten Salz, Pfeffer, Muskatnuss frisch gehackte Petersilie 120 - 150 g Bergkäse oder Gruyère – geraspelt oder als kleine Würfel ca. 2 EL Rapsöl zum Ausbacken
Grillgemüse: 100 g Paprika 100 g Zucchini 100 g Aubergine 100 g Tomaten 100 g Pilze 2 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, Kräuter der Provence, etwas Sesam
Salat: 160 g bunter Blattsalat (Eisberg, Kopfsalat, Feldsalat, Rucola usw.)
Dressing: 2 EL Olivenöl 2 EL Essig (Apfelessig) 1 EL scharfer Senf 1 EL Mandelmus (weiß) Salz, Pfeffer, nach Belieben Kräuter
Topping: 80 g geröstete Kürbiskerne Joghurt-Kräuter-Dip 200 g Naturjoghurt (1,5 % Fett) Salz, Pfeffer Kräuter nach Belieben: Schnittlauch, Petersilie, Dill, Basilikum
Zubereitung: Aus den Zutaten für den Kaspressknödel einen klassischen Semmelknödelteig herstellen und zuletzt den gewürfelten oder geraspelten Käse untermengen. Die Masse zu acht gleichgroßen Bratlingen / Pflanzerl formen und in einer Pfanne mit Rapsöl von beiden Seiten knusprig ausbacken. Das Grillgemüse waschen, putzen und in Stücke schneiden. In einer Schüssel mit Olivenöl marinieren, Kräuter der Provence und Gewürze hinzufügen, alles vermischen, auf ein Backblech geben und im Ofen für circa 15 Minuten bei 180° C zubereiten. Zum Schluss mit Sesam bestreuen. Den Salat waschen / putzen. Für das Dressing alle Zutaten miteinander vermischen und nach Bedarf mit etwas Wasser verdünnen. Die Kürbiskerne in einer Pfanne mit Öl kurz rösten. Für den Dip Joghurt mit Gewürzen und Kräutern vermengen und nach Belieben abschmecken. Schmackhaft anrichten und mit Gästen oder der Familie genießen.