Porträt von Dr. Rainer Wiehe auf einer grünen Wiese mit Bäumen.

Mehr Zeit für die Menschen haben

Reha-Ärzte sind Generalisten: Neben der fachlichen Expertise können sie Menschen gut zuhören und sie motivierend begleiten.

Monoton? Dröge? Nichts fürs berufliche Fortkommen? Dieses vorgestrige Vorurteil gegenüber der Rehabilitationsmedizin ringt Dr. Rainer Wiehe ein Lächeln ab. Der Facharzt für Orthopädie mit den Zusatz-Weiterbildungen Sozialmedizin, manuelle Medizin und Sportmedizin ist nach beruflichen Stationen im Bereich der Akutmedizin vor acht Jahren in den Reha-Sektor gewechselt. Seit Sommer 2022 leitet der 48-Jährige als Ärztlicher Direktor die Klinik Weser des Reha-Zentrums Bad Pyrmont. Gemeinsam mit dem 18-köpfigen Ärztestamm des 251-Betten-Hauses sorgt er dafür, dass die jährlich über 4000 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, buchstäblich wie im übertragenen Sinne, möglichst „wieder auf die Beine kommen“. Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten als Team zusammen für die Patientinnen und Patienten. Die Fachärztinnen und -ärzte für Orthopädie, physikalische und rehabilitative Medizin sowie innerer Medizin führen darüber hinaus verschiedene Zusatzbezeichnungen wie Chirotherapie, Naturheilverfahren, Psychotherapie, Rettungsmedizin. Die jungen Kolleginnen und Kollegen schlagen diesen Weg ein, um sich fachgebietsspezifische Diagnoseverfahren und Behandlungsmethoden anzueignen. „Das funktioniert in einer Reha-Klinik sogar oft besser als in einem Akutkrankenhaus mit seinem oft unruhigen, arbeitsverdichteten Tagesablauf“, weiß Dr. Wiehe. Ganzheitliche Therapie Er betont, dass fachliche Expertise längst nicht alles sei. „Zu uns kommen Menschen mit vielen unterschiedlichen Krankheitsbildern und mit Beschwerden unklarer Herkunft. Um sie erfolgreich zu therapieren, braucht es Generalisten, Spezialisten mit Kenntnissen weit über das eigene Fachgebiet hinaus.“ Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft die professionelle Kommunikation: „Als Reha-Arzt muss und darf ich mir Zeit für meinen Patienten nehmen, ihn ganzheitlich sehen, nicht nur sein akutes Problem. Ich muss sowohl zuhören als auch therapeutisch sprechen können, um ihn durch den Behandlungsprozess zu führen.“ Wer diese Herausforderungen liebt und sich ihnen stellt, wird in der Reha-Medizin eine Menge Vorteile gegenüber dem Arbeiten im Krankenhaus oder der Praxis entdecken – zumal bei einem öffentlichen Arbeitgeber wie der Deutschen Rentenversicherung Bund: planbareres, stressfreieres Arbeiten, ruhigere Bereitschaftsdienste, weniger Notfälle, großzügige Regelung von Fort- und Weiterbildungen, einen krisensicheren Arbeitsplatz in einer landschaftlich attraktiven Umgebung mit hohem Freizeitwert. Das „sorgt für eine Work-Life-Balance“, die für ihn als Vater von drei Kindern, Sport-, Opern- und Theaterfreund ausgezeichnet passt.

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